30 Jahre Mauerfall - Tag der Deutschen Einheit

(von Christian Elbracht)

30 Jahre miteinander durch dick und dünn, das ist so wertvoll wie eine Perle, deren Wert von ihrer Seltenheit kommt, denn nicht in jeder Auster wächst eine Perle heran. Eine Perle entsteht durch die Verletzung, wenn ein Sandkorn in die Auster eindringt. 30 gemeinsame Jahre verlangen von den Eheparntern die Fähigkeit zum Kompromiss, zur Versöhnung, zur Arbeit an sich selbst um des anderen willen. Nur so kann man immer wieder aufeinander zugehen, um miteinander weiterzugehen.

Vor 30  Jahren fiel am 09. November die Mauer. Auch die  friedliche Wiedervereinigung, der die schmerzliche Trennung und Spaltung unseres Landes vorausgegangen ist, ist ein wertvolles und in der Geschichte seltenes Geschenk.
Ähnlich wie in der ehelichen Gemeinschaft geht es in der Gemeinschaft eines Landes nicht ohne die oben genannten Fähigkeiten, das erleben wir immer noch - oder gerade wieder verstärkt.

Wenn die Eheleute sich im Vertrauen auf Gottes Gegenwart ihr Ja-Wort geben, weil sie wissen, dass ihre Liebe in seiner größeren Liebe aufgehoben ist, dann wissen wir als Glaubende die Weltgeschichte  als Heilsgeschichte ebenso in Gott aufgehoben: Siebenmal zogen nach den Friedensgebeten in Leipzig und andernorts in der damaligen DDR die Montagsdemonstrationen durch das Land, und die Mauer fiel. Sieben ist die Zahl der Einheit von Gott und Mensch, von Himmel und Erde. Und wer wollte bestreiten, dass sich am 09. November 1989 „Himmel und Erde berührt haben“, wie es im Lied „Wo Menschen sich vergessen“ heißt. Vergessen wir das nicht.

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