Rund um Allerheiligen

(von Teresa Brohl)

Diese Woche hat es in sich. Vom 31.10. bis 02.11. vier christliche Feiertage an drei Tagen!

 

Wir könnten dann in Gruppenstunden thematisieren, warum Katholik*innen doch eigentlich erst am 01.11. anfangen sollten, zu feiern. Schließlich ist der Reformationstag doch evangelisch (reformiert/protestantisch/...). Und: Ist Halloween nicht ein guter Anlass für wahre Katholik*innen, sich mal wieder abzugrenzen von (möglicherweise) importierten, „heidnischen“, von der oberflächlichen Spaßgesellschaft und der Wirtschaft adaptierten Bräuchen?

 Könnten wir.

 

Oder wir könnten selbstverständlich den Vorschlag unserer Kids und Jugendlichen aufnehmen, mit Kürbissen Laternen zu basteln und zu kochen, gönnen ihnen den Spaß, Streiche zu spielen, und veranstalten gemeinsam eine Halloween-Party.

 

Und könnten, wenn wir möchten, uns gemeinsam im Rahmen der Vorbereitung oder in der Zeit danach darüber informieren:

 

 Was verbindet Halloween ursprünglich mit Allerheiligen und Allerseelen

und was macht doch die Akzente der unterschiedlichen Feste aus?

 

Zum Beispiel mithilfe dieses Filmclips „Von Halloween zu Allerheiligen“.

 

Wir könnten uns auch damit auseinandersetzen:

 Auch dazu gibt es Filmclips, die als Einstieg dienen können, z.B. aus der Reihe: "Ein guter Grund zu feiern."

 

Vielleicht jedoch hier-und-heute am wichtigsten erscheint mir: 

 

Allerseelen.

 

Warum ausgerechnet "Allerseelen"?

Viele Menschen gehen in den nächsten Tagen wieder auf die Friedhöfe, legen Blumen nieder und zünden Lichter für ihre Verstorbenen an. Wir zünden Lichter an, weil wir darauf hoffen und vertrauen: „Der Tod hat nicht das letzte Wort. Unsere Verstorbenen sind bei Gott gut aufgehoben und wir werden uns wieder begegnen.“

 

Auch wenn ihr mit Kindern und Jugendlichen arbeitet: Wir hoffen es nicht, aber es kommt leider immer wieder vor: Da haben Kinder ihre Eltern verloren oder verlieren sie bald. Ein Lied, das ihr zufällig hört, erinnert an den Tod eines geliebten Großvaters von einem*r eurer Teilnehmenden. Oder sogar: Da stirbt ein Kind oder ein*e Jugendliche*r.

 

Bei Beerdigungen und bei sog. „Seelen- “ und Jahresämtern, da drehen sich dann all unsere Gedanken um die eine Person, die wir gerade und auch heute noch vermissen. Und das ist super-wichtig!

 

Allerseelen, da erinnern wir uns wahrscheinlich an dieselben Menschen - und trotzdem ist es anders. Ich glaube, das ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance unseres Glaubens: Wir erinnern uns nicht nur dann an den Tod, wir machen uns den Tod nicht nur dann bewusst, wenn wir jemanden, den wir lieben, verlieren. Wir machen uns bewusst: „Wir leben in und aus der Gemeinschaft mit unseren Verstorbenen. Mit ihnen allen. Auch mit denen, an die sich gerade niemand erinnert.“

 

Ideen für den November:

 

Vielerorts gibt es inzwischen Hospize und ambulante Hospizdienste. Ladet doch einmal einen Menschen, der dort hauptberuflich oder ehrenamtlich Sterbende und ihre Familien bei Sterbeprozessen begleitet, ein und kommt über eure Fragen und seine Erfahrungen rund um Sterben, Tod und Trauer ins Gespräch.

 

 Materialhinweis:

 

Die KjG hat einen Trauerkoffer zusammengestellt, den sich die Gruppen ausleihen können. Er enthält vielfältige Anregungen, um sich gemeinsam mit Trauer, Tod und Verlust auseinanderzusetzen und dadurch an Sicherheit im Umgang damit zu gewinnen.

 

Bildnachweise:

Kürbislaternen: Image by Robert Davis from Pixabay

Kerze: Image by janwardenbach from Pixabay