#EndChildSexAbuseDay - 18.11.

(von Markus Wippermann)

Der November ist ein Gedenkmonat, an die Verstorbenen, an die Opfer der beiden Weltkriege, an die Endlichkeit menschlichen Lebens. Ein weiteres, überaus wichtiges Gedenken ist seit wenigen Jahren der Gedenktag für Betroffene sexualisierter Gewalt.

Ich schreibe hier bewusst von Betroffenen sexualisierter Gewalt und nicht von Opfern. Ich finde nämlich, dass sie durch diese Bezeichnung noch mehr in eine ohnmächtige Haltung gepresst werden. Sie sollen aber nicht durch unseren Sprachgebrauch noch ohnmächtiger gemacht werden.

Es tut mir und vielen anderen besonders weh, dass diese Gewalt innerhalb der Kirche ausgeübt wurde, dass Kirchenvertreter*innen anderen Menschen, Schwestern und Brüdern, diese Gewalt angetan haben und wir lernen müssen, dass unsere kirchlichen Strukturen diese Gewalttaten begünstigt haben.

 

Es kann daher an diesem Gebetstag nicht darum gehen, zu versuchen, das Leid und die Verbrechen "wegzubeten".

Ganz im Gegenteil:

Nämlich, das Leid wahrzunehmen und auszuhalten.

Gott darum zu bitten, dass er sich der Betroffenen annimmt, ihnen Segen und Heil zuteil werden lässt und sie auf ihren Wegen begleiten möge.

Beten darf auch nicht so verstanden oder instrumentalisiert werden, als ersetzte es den konkreten Einsatz der Kirche für die Betroffenen und die selbstkritische Veränderung kirchlicher Strukturen und Denkweisen, insbesondere in Bezug auf Sexualmoral und Machtverständnis.


Der diesjährige europäische Tag steht unter dem Motto: "Empowering children to stop sexual violence".

In unseren Gruppen und Verbänden sind uns junge Menschen anvertraut.

Wir sollten alles dafür tun, dass sie bei uns gute, offene, wohltuende Räume und Begegnungen erleben können und in ihrem Selbstvertrauen gestärkt werden. Und ihnen auch vermitteln, dass sie achtsam miteinander umgehen, denn auch unter jungen Menschen gibt es übergriffiges Handeln, Schamverletzungen.


Gebetshilfen findet ihr unter diesem Link.