Tag der Sprachlosigkeit

(von Teresa Brohl)

„Ich finde keine Worte dafür.“

 

„Mir verschlägt es die Sprache.“

 

„Vor Scham verstummen.“

 

„Den Mund verboten bekommen.“

 

 

Sprachlosigkeit kann unterschiedliche Ursachen haben.  Am 15.03. ist der Tag der Sprachlosigkeit. Vielleicht ja ein Anlass, sich in der Fastenzeit mal über unseren Umgang mit Sprache Gedanken zu machen.

 

 

 

Folgende Sprüche drehen sich mal eher humorvoll, mal ernst rund um das Thema Reden und Schweigen:

 

  • „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold und Zuhören ist Platin.“
  •  „Auch die Stimme des Gewissens hat mal Stimmbruch.“
  •  „Wenn ich jemanden zum Schweigen gebracht habe, heißt das noch lange nicht, dass ich ihn*sie bekehrt habe.“
  •  „Wer überall seinen Senf dazugibt, kommt schnell in den Verdacht, ein Würstchen zu sein.“
  • „Die Natur verleiht ihre Gaben gerecht. Schwacher Verstand – laute Stimme.“
  •  „Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch etwas denken lassen.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
  •  „Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht darauf, den Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.“ (George Orwell)
  • „Sage nicht immer, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“ (Matthias Claudius)
  • „Die Zehn Gebote Gottes enthalten 279 Wörter, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 300 Wörter, die Verordnung der europäischen Gemeinschaft über den Import von Karamelbonbons aber exakt 25.911 Wörter.“ (Anmerkung: Zahl kann inzwischen abweichend sein)
  •  „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Katholiken holten, habe ich nicht protestiert, ich war ja kein Katholik. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“ (Pfarrer Martin Niemöller)

 

Vielleicht kann ja die Fastenzeit eine Gelegenheit sein, uns zu besinnen:

 

  • Wo können wir bewusst mal unser Geblubber zurückfahren? Wo sollten wir uns mal bewusst die Zunge verbeißen?  
  • Wo verschlägt es uns selbst die Sprache - vor Staunen, vor Ratlosigkeit, vor Verzweiflung? Wo fehlen uns die Worte und tut es uns gut, einfach mal ohne Worte, z.B. durch das Anzünden einer Kerze, dies vor Gott bringen zu dürfen?
  • Wo sollten wir angesichts von Ungerechtigkeiten unsere Stimme erheben?
  • Wo können wir Menschen, die „verstummt“ sind, helfen, ihre Stimmen wiederzufinden?

 

Bild:  by Robin Higgins from Pixabay