14.05. - Gedenktag der Hl. Corona

(von Alexander Plümpe)

Heute feiert die Kirche den Gedenktag der Hl. Corona – einer Märtyrerin aus dem 2. oder 3. Jahrhundert.
Viele gesicherte Informationen gibt es zu ihr nicht. In jungen Jahren soll sie den Soldaten Victor geheiratet habe, der im Zuge der Christenverfolgung hingerichtet wurde. Auch Corona selbst starb im Alter von 16 Jahren den Märtyrertod, indem sie zwischen zwei gebeugten Palmen beim Emporschnellen zerrissen wurde.

 

Der Virus wurde nicht nach der Heiligen benannt. Vielmehr kommt die Bezeichnung aus dem Lateinischen und bedeutet „Krone“ – sie ist also nach kirchlichem Verständnis eine Frau, die für ihren Glauben mit der Märtyrerkrone gekrönt wurde. Auch die Währung „Krone“ wird mit der heiligen Corona in Verbindung gebracht. Coronaviren wiederum haben ihren Namen durch ihr kronenartiges Aussehen erhalten.

 

Und doch besteht ein Zusammenhang:
Sie wurde in einzelnen Orten als Patronin gegen (Vieh-)Seuchen verehrt. Aufgrund ihres Lebens und Leidens ist sie Schutzheilige der Holzfäller und Metzger, gegen Unwetter und für Standhaftigkeit im Glauben. Die Namensgleichheit mit der Währung machte sie zur Schutzheiligen in Geldangelegenheiten und der Lotterie. Zusätzlich ist sie die Patronin von Castelfidardo, Osimo und der Diözese Belluno – Feltre.

 

Ihre Reliquien kamen von Ägypten über Zypern und Sizilien nach Norditalien. In Castelfidardo bei Osimo hat es nach alten Zeugnissen schon damals eine Corona und Victor geweihte Kirche gegeben. Am 18. September 1191 erhob Bischof Gentile diese Gebeine und brachte Teile davon nach Osimo. Im 9. Jahrhundert gab es Reliquien in Feltre, 1096 bis 1101 wurde die Victor und Corona geweihte Basilika gebaut.

 

Kaiser Otto III. brachte 997 Reliquien aus Otricoli bei Terni nach Aachen ins Münster, wo ihre Grabplatte zu sehen ist und die Reliquien in einem Gefäß aus Blei beigesetzt wurden. Bei der Suche nach dem Grab Karls des Großen stieß man auf ihre Reliquien im Jahr 1843 und entschied sich 1910, sie zusammen mit den Reliquien des Hl. Leopardus in einem prächtigen Doppelschrein zu betten. Der Aachener Stifts-Goldschmied Bernhard Witte, seines Zeichens „Goldschmied des Heiligen Stuhls und der Päpstlichen Paläste“ fertigte ein prächtiges Kuppelreliquiar. Dieses wurde zufällig seit einigen Monaten restauriert und steht nun in neuem Glanz in der Aachener Domschatzkammer.


Bilder und weitere Informationen findet ihr unter auf der Webseite der Aachener Domschatzkammer oder beim WDR.


Weitere Orte der Verehrung finden sich besonders in Altbayern, Böhmen und Niederösterreich. Dort ist die Verehrung seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen, besonders gefördert von den Benediktinern aus Niederaltaich.
Wallfahrten zur Hl. Corona gibt es in
- Unterzarnham - Ortsteil von Unterreit -
- Gaißach bei Bad Tölz und Arget - Ortsteil von Sauerlach in Oberbayern
- Handlab - Ortsteil von Iggensbach -
- Patriching bei Passau
- Koppenwall bei Pfeffenhausen
- Bubach - Ortsteil von Mamming -
- Staudach - Ortsteil von Massing -
- Altenkirchen - Ortsteil von Frontenhausen -
- Niederaich - Ortsteil von Geratskirchen
- Sammarei - Ortsteil von Ortenburg - in Niederbayern
- in Niederösterreich in St. Corona am Wechsel

 

Bildnachweis: Von Autor unbekannt - Focke-Museum Bremen, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17300369