Geisterzeit – Der Basiskurs

(Teresa Brohl)

Heute vor zwei Wochen kamen sie erstmals zusammen: Menschen aus der PSG, der KLJB und der DPSG. Aus der KjG, der KSJ und der Kolpingjugend. Menschen aus der Katechese und der Ministrant*innenarbeit sowie aus dem BDKJ. Menschen aus allen fünf Bistümern NRWs. Ehren- und Hauptamtliche, die sich gemeinsam die Fragen stellen wollten:
•    Wie können wir kind- und jugendgemäße Glaubensangebote gestalten?
•    Wie können wir in unseren Jugendverbänden oder auch in der Gemeindearbeit Kirche mit jungen und für junge Menschen lebendig gestalten?

 

Eigentlich hätten wir uns in einer Jugendbildungsstätte getroffen. Kennlernspielchen zum Aufwärmen; gemeinsame Mahlzeiten; abends Gespräche und Diskussionen über Gott und die Welt, wie es eine Teilnehmerin später nannte. So kannte ich bisher den Kurs für Geistliche (Verbands-)Leitungen. Und entsprechend gespannt war ich, als wir irgendwann entscheiden mussten: Zur Zeit geht das halt so nicht.

 

Also mussten wir um-switchen: Was geht digital? Was können die Teilnehmer*innen auch selbst zuhause erarbeiten? Was lässt sich per Videochat präsentieren? Wie können wir ein verkürztes Treffen face-to-face, das wir hoffentlich nachholen können, im Rahmen dieses Wochenendes vorbereiten?

Am Freitagvormittag ging es dann gut los. Die Teilnehmer*innen reflektierten ihren eigenen Glaubensweg – und wo wir uns zunächst unsicher waren: Alle waren bereit, ihn auch in diesem digitalen Format vorzustellen. Respekt, denn 12 Mitmenschen, die man kaum kennt, über den eigenen Weg zu erzählen, obwohl man nur maximal vier dieser Personen im stockenden Stream sieht, das ist gar nicht so ohne.

 

Am Freitagnachmittag: Tja. Erst konnte ich die Teilnehmer*innen und den Kollegen, wenn nicht sehen, dann zumindest noch hören und „Arbeitsaufträge“ einstellen. Thema: Was motiviert mich zur Geistlichen Verbandsleitung bzw. dazu, mich mit Kindern und Jugendlichen in Kirche auf den Weg zu machen? Welche Rollenbilder gibt es für Geistliche Leitungen? Eigentlich hätte es auch noch um Glaubensentwicklung und –fragen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gehen sollen. Dann brach jedoch die Technik bei mir zusammen und für mich war erstmal Schluss. Wie ich im Nachhinein gehört habe: Wir haben so eine gute Gruppe, dass sie sich selbst „unterhalten“ hat.


Samstag dann ein Neustart: Was ist Liturgie überhaupt? Welchen Aufbau hat (römisch-katholische) Liturgie klassischerweise und welche Gestaltungsfreiheiten gibt es für uns? Und – angesichts der aktuellen Situation: Wie erleben wir Liturgie derzeit – gerade, weil vieles ausschließlich digital stattfindet? Was erleichtert uns selbst eine Teilnahme an digitalen liturgischen Angeboten? Was vermissen wir und was erschwert es uns? Welche Ideen haben wir selber, um liturgische Angebote unter diesen Voraussetzungen zu gestalten?

 

Am Ende standen zwei Fazits:
Digital: Das ist gerade, wenn sonst fast alles „typisch Jugendverbandliche“ ausfällt, besser als gar nix. Und manchen, die es sonst nur schwierig einrichten könnten, ermöglicht dieser Weg, „alltagskompatibel“ teilzunehmen.
Face-to-Face: Das ist trotz allem noch etwas Anderes. Direkte Reaktionen miterleben, in Echtzeit diskutieren können, vielfältigere und „mehr Sinne ansprechende“ Methoden, Blickkontaktmöglichkeit im Team, … All das fällt gerade weg.
Daher die „Hoffnung“ – das ist ja christlich Kern unseres Geschäfts: dass es im Herbst zu einer „analogen Fortsetzung“ dieses Kurses mit dieser tollen Gruppe kommen wird.