Maria Heimsuchung (2.Juli)

(von Peter Lauschus)


Eine Heimsuchung bedeutet in unsere Sprache, wenn das Wort überhaupt noch verwendet wird, ein Unglück, eine Katastrophe, so wie zum Beispiel Corona.


Wenn man das Wort aber im Kalender findet, gilt noch die alte Bedeutung: Besuch.

 

„Maria Heimsuchung“ ist also der Besuch bei Elisabeth. Gerade hat ihr der Engel verkündet, dass sie den Messias gebären wird und dass auch Elisabeth, trotz ihres hohen Alters, schwanger ist, da macht sie sich vom hohen Norden Israels auf den Weg zu ihrer Cousine, um ihr beizustehen. Dort bleibt sie ungefähr drei Monate. Nachzulesen im Lukasevangelium am besten das ganze erste Kapitel!


Maria macht sich auf den Weg zu helfen, sie ruht sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern wird aktiv. Und zwar in einer Weise, die für sie belastend ist, die Reise nach Süden wird kein Urlaub gewesen sein. Sie schaut erst einmal auf die andere, Elisabeth, und ihre Bedürfnisse. Sie bleibt so lange, wie es nötig ist, und bringt sich so ein, dass sie solange bleiben kann (Wie heißt das Sprichwort: Gäste sind wie Fisch, nach drei Tagen fangen sie an zu stinken!). Sie ist nicht aufdringlich und wird nicht lästig.


So wünsche ich mir Kirche: Hilfreich, nicht immer nur auf das eigene Wohl schauend, nicht nur seine eigene Meinung gelten lassend, eben ein Gast, den man gern bei sich hat.

 

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