Maria Himmelfahrt: Erntedank 2.0

(von Peter Lauschus)


Jedes Jahr feiern wir Anfang Oktober das Erntedankfest. Ein Erntedankaltar wird errichtet, mit den Früchten der Erde und der menschlichen Arbeit geschmückt. Wir sagen Dank für Gottes Segen, denn gerade in der Landwirtschaft können wir Menschen nicht alles selbst machen. Das Wetter spielt eine große Rolle, denn ohne die richtige Menge an Regen und Sonnenschein kann auch bei bester Pflege nichts wachsen. Wir freuen uns und danken, dass wir genug zu essen haben und satt werden, auch im Bewusstsein, dass es nicht allen auf der Welt so gut geht und wir eine Verantwortung haben, zu helfen, wo wir können.


Aber spätestens zwei Wochen danach wird der Altar abgebaut, denn manche Frucht der Erde macht sich dann schon wieder auf den Weg wieder Erde zu werden, sprich, sie vergammelt. All das Schöne, das Gute, das Leckere ist vergänglich.


Maria Himmelfahrt ist Erntedank 2.0? Was soll das bedeuten?

 

Mit diesem Fest am 15.August, das eigentliche „Hochfest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel“ heißt, feiern wir, dass das Vergängliche, die Schöpfung, alles was ist, von Gott nicht zum Vergehen, zum Wiederverschwinden geschaffen ist, sondern dass er es für die Ewigkeit, die Unvergänglichkeit geschaffen hat. Gott liebt seine Schöpfung, er liebt uns, er liebt, was ist. Und lieben heißt, jemanden zu sagen: "Ich will dass du für immer bist." Und wenn Gott etwas sagt, dann geschieht es.
Darum werden an Maria Himmelfahrt auch Kräuter gesegnet: Sie dienen der Gesundheit der Menschen, sie sind ein Versprechen, dass Gott uns gut will.

 

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