Oktober - Rosenkranzmonat

(von Christian Elbracht)

Rosenkranzbeten?  Ist das nicht überholt?
Zwei Stimmen dazu:


Ist das Rosenkranzgebet nicht ein ganz mechanisches Gebet, bei dem man fünfzigmal oder dreimal fünfzigmal dasselbe, das "Gegrüßest seist du, Maria", hersagt?
Wenn Sie dem geliebten Menschen sagen wollen, dass Sie ihn lieben, was er längst weiss, so können Sie es ihm in besonderen Stunden viele Male hintereinander sagen: Ich liebe dich, liebe dich, liebe dich ... Sie denken nicht darüber nach, Sie fühlen, und in der Wiederholung verdrängt das beschwörende Liebeswort alle anderen Inhalte der Seele, es bleibt nur Liebe. Die oftmalige Wiederholung weniger Worte bewirkt das Auslöschen des Ich.
Wenn nun ein Mensch unaufhörlich eine Gebetsformel wiederholt, so verdrängt dieses scheinbar mechanische Beten alle weltlichen Gedanken; der Mensch "betet" nicht mehr, er lebt und atmet betend, er ist Gebet. Und so sollte der Mensch leben, in Gott atmend.
(Luise Rinser, Schriftstellerin)
 
Die Perlen des Rosenkranzes sind das aufgereihte Wort Gottes. Die Perlen enthalten eigentlich alles, was zu wissen und zu glauben notwendig ist, um das ewige Leben zu gewinnen. Das ist zunächst das Kreuz am Anfang des Rosenkranzes. Vom Kreuz sagt der hl. Thomas von Aquin: Das Kreuz ist mein Buch, man liest es nie aus. An ihm beten wir das Glaubensbekenntnis. Das ist unsere Glaubenslehre. Dann kommen die ersten drei Ave Maria: Das ist unsere Lebenslehre: Glaube, Hoffnung und Liebe. Wir beten um diese drei göttlichen Tugenden. Dabei erinnern wir uns an das Wort des heiligen Paulus: Am größten unter ihnen ist die Liebe. Daran hängen alle anderen Gebote: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben und deinen Nächsten wie dich selbst.
(Joachim Kardinal Meisner)

Wie immer gilt: Probieren geht über studieren!